Lehrmeister Schmerz

Er war grausam, dieser Schmerz der Knochenhautentzündung mit dem Wissen einer chronischen Hüftarthrose. Keinen Meter ohne Schmerzen gehen zu können und sich bei jedem Schritt an der Wand festzuhalten.

Festhalten durfte ich nun – um eine Besserung zu erreichen – an meinem alten, schmerzfreien, Leben nicht mehr. Alles, jeder Schritt und jede Handlung musste neu überdacht werden. Dieses zwang mich zu einem bewußten Alltag und einem hinterfragten Lebensstil. Nicht einfach, unerwünscht – aber sinnvoll.

Jeder Schritt den ich, nachdem die Medikamente und Spritzen mir leichte Linderung gegeben hatten, musste nun bewußt ausgeführt werden. Zum ersten um mich so schmerzlos wie möglich zu bewegen, zum zweiten um mir meine Schonhaltung abzugewöhnen und zum dritten – ganz wichtigen – mir den jahrelangen falschen Gang abzugewöhnen. Bei Sichtung meiner Schuhe war mir aufgefallen, dass diese einseitig abgelaufen waren. Somit klar, dass ich schon über einen sehr, sehr langen Zeitraum (vermutlich bedingt durch die seit Jahren vorhandenen Rückenschmerzen) einen falschen Gang mein eigen nennen durfte.

Erschwerend kam hinzu, dass ich bedingt durch die Schmerzangst keinen falschen Schritt unternehmen wollte und somit fast ständig auf den Boden gesehen habe. Super, zum ersten schon wieder eine falsche Haltung und zum zweiten für die Psyche auch negativ. Ich war es zuvor gewöhnt, mit entgegenkommenden Menschen ins Gesicht zu sehen. Das war mir nicht mehr möglich mit dem Blick auf den Boden. Somit fühlte ich mich auch wie ein Mensch ohne Rückrat. Wie eine-/r der/die anderen nicht mehr „ins Gesicht sehen kann“ und sich dadurch noch kleiner und auffälliger machte. In Verbindung mit dem behinderten Gang eine Kombination, die Menschen wie mich immer kleiner und buckeliger werden lässt.

Der Alltag musste viel zeitauwendiger gestaltet werden. Zum Wäsche aufhängen benötigte ich die dreifache Zeit. So wie früher den Wäschekorb zu bepacken ging nicht mehr: ich musste mich ja an der Wand abstützen und konnte nur in der anderen Hand einige Wäschestücke halten. Beim Aufhängen der Wäsche folgte jedem hinunterfallen einer Klammer böses „Geschimpfe“, denn das Bücken nach der Klammer tat ja unsagbar weh. Somit mussten auch diese Aktionen bewußt ausgeführt werden, damit eben nicht die Wäscheklammer zu Boden fällt.

Als das Autofahren und Einkaufen wieder möglich war bedeutete das ebenso ein vielfach höheres Zeitaufkommen als zuvor, es war mir nicht mehr möglich in jede Hand eine schwere Einkaufstasche zu nehmen – sondern nur eine Tasche pro Gang, und diese bitte auch noch recht leicht…..

Dieser Beitrag wurde am 3. Februar 2018 in Bruder Schmerz veröffentlicht.

Bruder Schmerz

Wenn chronische Schmerzen angesagt sind, dann habe ich die Möglichkeit mit meinem (Selbst-)Mitleid(en) hinzugeben oder aktiv zu versuchen zusammen mit meinem „Bruder Schmerz“ ein neues Leben aufzubauen.

Vor rund 50 Jahren habe ich ein Geschenk bekommen: das Laufen. Es war so selbstverständlich. Als kleines Kind das laufen zu lernen, als Teenager zu springen, als Erwachsener dem einen oder anderen Problem davonzulaufen oder der einen oder anderen glücklichen Situation entgegen zu laufen. Ich habe dieses „Geschenk“ nicht sorgsam genug gepflegt, deshalb hätte ich es fast verloren.

Nunmehr ist es meine persönliche Aufgabe (so sehe ich es für mich) alles erdenkliche zu tun, um zusammen mit meinem Schmerz den ersten Tag vom Rest meines Lebens so zufrieden wie möglich zu verbringen. Ab März 2016 kam zu einer (mir bis dahin unbekannten) Hüftarthrose eine böse Entzündung genau dieser Hüfte, die mir Laufkraft und Bewegungsfähigkeit nahm. Gleichzeitig lag meine Mutter im Sterben und ich habe mich kräftemässig übernommen. Meine Hüften mussten zuviel „er-„tragen.

Mein Körper hat mich durch diese Warnsignale und dadurch, dass er mich lahm gelegt hat, gehindert ihn komplett zu zerstören. Ich war fahrig, nervös, todtraurig um meine Mutter und nur noch unterwegs um ihr zu helfen, meinen Job zu bewältigen und einfach rund um die Uhr angespannt. Dann brach die Gesundheit zusammen, meine Mutter starb – und ich kroch dem Sarg hinterher. Traurigkeit und Schmerz haben mich ziemlich schwach werden lassen und mir zum damaligen Zeitpunkt nicht mehr die Kraftreserven gegeben mich selber aufzurappeln. Das kostete seine Zeit. Und es kostete viele Mühen meine Schmerzen in den Griff zu bekommen.

Ich möchte hier meinem Bruder Schmerz diese Art Tagebuch widmen. Zum ersten, um mich selber zu reflektieren und zum zweiten um Mut zu machen, dass es ganz viele Hilfsmöglichkeiten gibt, die wir aber selber ansteuern und umsetzen müssen, bevor wir unserem Bruder Schmerz „Beine machen“ können.

Dieser Beitrag wurde am 31. Januar 2018 in Bruder Schmerz veröffentlicht.

Voltaflex und Arthrologes

Komplett verzweifelt war ich im Mai 2017 als neben Hüftarthrose und einer bösen Entzündung das Laufen für mich nicht mehr möglich war. Bereits seit einigen Jahren hatte ich mich mit Rückenschmerzen gequält, was schon für sich alleine mein Leben einschränkte und nicht gerade einfacher machte, aber dass nun auch noch die Hüfte ihren Geist aufgeben wollte bedeutete eine Fehlhaltung nach der anderen – eine Schonhaltung brachte die nächste Fehlstellung mit sich und ich wurde quasi selber zum Macher meiner Schmerzen.

Im Netz gesucht und gesucht – Arthrose soll ja eigentlich eine Krankheit sein, gegen die es keine Chance geben soll und keine Medikamente. In Sportforen bin ich auch Arthrologes gestoßen, welches überwiegend bei Knieproblemen empfohlen wurde. Beim sichten der Bestandteile bin ich auf Glucosaminol gestoßen. Einen Stoff, den ich meinen Katzen schon seit Jahren gebe. Vielleicht ist meine alte Katzenoma mit 17 noch fit gewesen durch genau diesen Stoff? Nun, was meinen vielen Tigern nie zum Nachteil wurde, kann auch für mich keine Nachteile bringen, dachte ich und fing mit der ersten Packung Arthrologes an.

Ich fühlte mich etwas besser, verspürte meine Nachteile, meinte aber auch dass die Wirkung nicht besonders hoch sei. Diesen Irrtum bemerkte ich jedoch erst, als ich durch Schlamperei dieses Ergänzungsnahrungsmittel gegen Arthrose nicht mehr im Hause hatte. Jetzt nämlich wurden die Schmerzen in der Hüfte wieder stärker. Ein Zeichen für mich, dass entweder Glucosaminol mir und meiner Arthrose helfen kann – oder aber die Einbildungskraft stark genug ist um mir Besserung zu verschaffen. Welcher der beiden Punkte der entscheidende war, dass kann ich nicht sagen : aber, wichtig war mir Hilfe.
Erhältlich beispielsweise bei Amazon:
Natürlich war im Fortgang auch der Orthopäde gefragt, diesem nannte ich Arthrologes und er antwortete sinngemäß; „Ich kenne nicht die Mengenangaben in diesem Nahrungsergänzungsmittel, empfehle aber selber aus Kostengründen immer Voltaflex.“ Nun gut, dann beschäftige ich mich eben mit den Beipackzetteln und kombiniere dass 4 Kapseln arthroLoges in etwas 3 Kapseln Voltaflex entspricht, aber im Endeffekt tatsächlich günstiger ist. Dieser Tausch hat bei mir bestens funktioniert. Ich denke, Nahrungsergänzungsmittel sind mit ihrer Wirkweise nicht zwangsläufig nachgewiesen, mir persönlich war es aber (neben vielen weiteren Schritten) einer zur Gesundung.

Ebenfalls bei Amazon erhältlich ist Voltaflex750.

Seit nunmehr über einem halben Jahr ist bei mir der Zusatzstoff Glucosaminol ebenso erfolgreich wie bei meinen Katzen – meine ich sagen zu können.

Weitere Infos zum Thema gibt es beispielweise bei der Pharmazeutischen Zeitung, welche aber genau für die Branche ist, die Nahrungsergänzung herstellt. Hilfreich erschien mir der Beitrag bei Bewegungsschmerzen, der selber auch in Frage stellt, ob eine Linderung erreicht werden kann oder nicht. Ich selber werde trotz allem für und gegen erst einmal bei der Einnahme bleiben, vielleicht bin ich irgendwann so fit, dass ich versuchen kann eine „Krücke“ nach der anderen abzugeben, aber das wird wohl noch etwas Zeit benötigen.
 

 

 

Hüftarthrose

Noch im Mai 2017 musste ich befürchten nie wieder laufen zu können. Aber ich habe es geschafft mit vielen Hilfsmitteln und entsprechenden Hilfsangeboten. Angefangen vom selbst bezahlten Giropraktiker, zur Krankengymnastik über gymnastische Übungen, Tensgürtel für den Rücken, der seit Jahren stark in Mitleidenschaft gezogen ist und auch mit Hilfe eines Schmerztherapeuten.

Von der damaligen Hausärztin mit einer Großpackung Tilidin und Diclofenac versorgt wusste ich nicht mehr weiter und habe mich – sehr zur Wut dieser Hausärztin – an einen Chirurgen gewandt. Vermutlich habe ich diesem zu verdanken, dass ich nunmehr nach über einem halben Jahr auf dem Aufwärtstrend bin. Er stellt nicht nur eine Hüftarthrose vom feinsten rechts und links fest, die einer künstlichen Hüfte bedürfen würden sondern auch eine böse Entzündung. Er half mir gegen die Entzündung anzugehen. Anfänglich mit Antibiotika und Cortisan, ergänzend dann mit einer an vielen Stellen der Hüfte gesetzten Spritze.
Nun lief ich zwar immer noch wie Quasimodo, aber ich konnt wieder den einen oder anderen Schritt laufen und konnte wieder mein Auto nutzen.

Nun folgte ein langer Weg, der sich aber gelohnt hat!

Nach der Pflege selber fertig

Nun hatte ich einige Jahre in der Pflege gearbeitet (um in der Pflege meiner Mutter besser informiert und vorbereitet zu sein) was meinem Körper und meiner Seele an sich schon nicht gut tat. Kurz vor dem Tod meiner Mutter war mein Körper komplett am Ende und eine Hüftarthrose kam richtig zur Geltung indem sich durch die Wohnungsauflösung und die hin- und herräumerei der Einrichtungsgegenstände meiner Mutter eine imense Belastung für mich ergeben hatte.

Eine Knochenhautentzündung wurde von der damaligen Hausarztpraxis ohne Prüfung der Laborwerte mit Tilidin behandelt und somit gar nicht! Bei einer Tagesdosis von 300 mg Tilidin war ich arbeiten und kümmerte mich um alle die schlimmen Geschehnisse. Unverantwortlich – auch von mir selber so wenig nach mir zu sehen. Ich wurde gestraft dadurch, dass ich meine komplette Fortbewegungskraft verloren hatte und über einige Wochen nicht mehr gehen konnte und auch nicht mehr Auto fahren konnte.

Lasst es selber nicht so weit kommen wie ich!!!! Seid klüger !!

Still Alice – Mein Leben ohne Gestern

Einen Tag nach der Beedigung meiner Mutter kam der Film „Still Alice – Mein Leben ohne Gestern“ im TV. Hin und her habe ich mir überlegt, ob ich mich so schnell über einen Film tatsächlich mit diesem Thema auseinandersetzen kann. Alles ist noch frisch, alles tut weh und immer wieder war „habe ich genug für sie getan“ in meinem Kopf.

Dierser Film half mir dabei. Eine intelligente, noch junge Frau, konnte sehr gut erklären (in ihren guten Phasen) wie sich die schlechten Phasen und Situationen anfühlen. Der Zuschauer konnte sich einfühlen und sich selber in Frage stellen mit seinem Verhalten und seinen Reaktionen. Die Erklärung dieser geistreichen Frau, deren Leben um Kommunikation und um Wissensvermittlung ging, für die in schlechten Zeiten Worte einfach nicht greif- und nutzbar waren, obwohl das eines der wichtigsten Dinge in Ihrem Leben war, machte klar, in welcher schwierigen Situation ein Demenzeerkrankter sich befindet.

Die Verzweiflung, das Badezimmer nicht mehr zu finden oder einfach ein wirres Verhalten an den Tag zu legen und dieses aber noch zu registrieren; nicht aber verändern zu können. Mutti sagte immer: „Ich vergesse so viel – ich werde so vergesslich!“ ist doch nicht schlimm – wir denken nun für Dich mit…..

Dieser Film ermöglichte mir eine Rückbetrachtung meines Verhaltens und gab mir eine ganz besonders große Beruhigung: die nämlich, zu wissen, dass ich genau das richtige getan habe. Sie wurde betreut, von mir, als das nicht mehr ausreichte, weil 24 Stunden-Bereitschaft und das nicht erkennen der eigenen Gesundheitseinsicht als Angehörige nicht mehr geleistet werden konnte, durch ein Pflegeheim. Genau das war nötig, weil sie nun nicht mehr erkennen konnte krank zu sein. Sie wusste nicht mehr, dass sie nicht mehr Laufen kann und den Rollstuhl benötigt.

Ich habe irgendwann aufgehört dem gesprochenen Wort Bedeutung zu geben. Die täglich wieder kehrende Frage: „wie weit fährst Du zu mir“, habe ich jedesmal in selbiger Form beantwortet, auch wenn diese hunderte von Malen kam. Es war eine Frage, die sie eben jeden Besuch von mir beschäftigte. Ich konnte für sie sorgen, Lieblingsspeisen mitbringen oder Umsicht zeigen. Was sie mochte konnte sie mir nicht mehr sagen, ich musste aus Erfahrungen hantieren und aus ihrer Vergangenheit. Oft sagte sie „nein“ zu einem Geschenk, wenn ich sie danach fragte – als es auf dem Tisch stand wurden die Augen groß und glücklich. Mit dem Wort – der Bezeichnung – konnte sie nicht viel anfangen…. aber mit dem „Ding“ ohne Namen, das brachte glückliche und alte Erinnerungen zurück.

Ich konnte Abschied nehmen – ohne Worte – sie war zu schwach für ein Gespräch, ich konnte den Arm streicheln, die Backe, neben ihr sitzen, etwas zu trinken geben und einfach „da sein“. Verstanden hat sie vielleicht weder die Worte noch die Situation. Eines aber hat sie verstanden: ich war da und ich war ich liebevoll gesinnt……

Dieses Drama von Richard Glatzer und seinem Ehemann Wash Westmoreland nahm die Grundlage des  gleichnamigen Romanes der 1970 geborenen Neurologin Lisa Genova, was 2007 deren Debüt als Romanautorin darstellte. Dieses doch so schwere – und für sehr, sehr viele Menschen das Leben begleitetende Thema war über 40 Wochen in der Rubrik „Roman“ auf der Bestsellerliste der New York Times. Es wurde in über 30 Länder verkauft und in mehr als 20 verschiedene Sprachen übersetzt. Auch wurde Still Alice 2013 von Christine Mary Dunford für die Bühne adaptiert.

Ein Film, der Angehörigen wie mir helfen konnte die Welt der Demenz zu betreten ohne von ihr aufgefressen zu werden. Die gute schauspielerische Darstellung ermöglicht die Familienproblematiken zu erkennen, die sich im Rahmen einer solchen Krankheiten aufzeigen. Als Betrachter kann es einem einfacher gelingen die eigenen Verhaltensweisen zu ändern … Der Film hilft begreifen, was an der Demenz nicht zu begreifen ist….

                   

 

Dieser Beitrag wurde am 25. Mai 2017 in Allgemein veröffentlicht.

Geburtstag im Pflegeheim

Mühe gegeben hat sich das Personal meiner Mutter einen schönen Geburtstag zu bereiten, aber natürlich sind deren Mittel begrenzt. Somit sollten wir Angehörigen uns Gedanken machen, was den älteren Menschen vielleicht erfreuen könnte.

Am Vortag vom Geburtstag habe ich (nach Rücksprache mit der Hauswirtschaft) einige eingefrorene Torten gekauft, damit der gesamte Wohnbereich meiner Mutter ebenfalls beglückt werden kann. Logischerweise mit ihrer Lieblingstorte (Schwarzwälder-Kirsch) und noch anderen Torten, damit auch jene, die nicht auf Schwarzwälder-Kirsch-Torte fixiert sind zufrieden sein können.

Meine Mutter hat früher gerne mal einen Likör getrunken. Die letzten zig Jahre konnte man/frau sie darauf ansprechen, sie sagte aber immer „ich mag das nicht“. Nur: große Preisfrage ob sie es wirklich nicht mehr trinken wollte oder einfach die Worte nicht mehr mit der Sache verbinden konnte. Als mir die Nachbarin sagte, dass meine Mutter ab und zu Piccolo-Fläschchen entsorgte (während sie zu mir sagte sie möge das nicht) wagte ich einfach einen Versuch.

Zum Geburtstag eine Flasche Eckes Edelkirsch und einige ihrer Schnapsgläschen und bingo. Sie mochte es – nur ein Gläschen – mehr muss auch nicht sein! Aber es erfreute sie tatsächlich und auch die anderen Damen und Herren auf der Pflegestation. Da wo die Stamperlen nicht reichten nahmen wir Medibecher und bei dem einen Bewohner, der nicht zum Alkohol greifen sollte, da musste eben der Traubensaft seinen Dienst tun.

Zum Likörchen noch ein paar Salzschälchen auf jeden Tisch und ein gewisser Hintergrund war gegeben.

Meiner Mutter brachte ich deren geliebte Voltaren Salbe mit (egal ob diese hilft oder nicht, meine Mutter ist davon überzeugt und das genügt) sowie ein Foto von ihr mit ihren Geschwistern.
Auch Ihre geliebten – nach ihren Wünschen handgemalten Bilder – sind nun in Ihrem Zimmer aufgehängt.

Im Zimmer ist einige an Teddy’s, die sie am meisten liebte und eine ihrer Porzelanpuppen sitzt am Fenster. Auf dem Tisch gibt es immer jahreszeitliches – derzeit Ostereier – und normalerweise Trauben und anderes Obst.
Die gestern mitgebrachten Trauben waren ihr zu sauer. O.k. ist eben so, die Zimmernachbarin hat sich sehr darüber gefreut und beim nächsten Mal gibt es eben anderes Obst bis ich sicher sein kann, dass die Trauben jahrezeitlich passen und süßer sein dürften als am Vortag des Geburtstages.

Sie stürzt immer an Tagen, an denen bei mir wichtiges ansteht

Bewußt ist es sicher nicht, aber im Gespür dürfte sie haben, wenn ich mehrere Tage nicht ins Pflegeheim komme, dass etwas besonderes ansteht.

Es ist nahezu egal, ob es ein erster Arbeitstag ist, ein Probearbeiten, die Auflösung ihrer Wohnung oder die Räumung: an allen diesen Tagen stürzt sie.

Ich bin berufstätig, habe viele Schreibereien und auch noch hunderte von Kilometern im Monat um alles zu regeln, da kann ich nicht auch noch ständig im Pflegeheim aufschlagen. Genau das scheint sie zu merken. Ob sie es tut um Aufmerksamkeit und Besuch zu erhalten, oder einfach nur so, kann ich nicht beurteilen, Fakt ist: an und zu jedem wichtigen Termin stürzt sie! Nächste Chance wäre ihr Geburtstag nächste Woche….

Dieser Beitrag wurde am 1. April 2017 in Allgemein veröffentlicht.

Fernbedienung verschwindet im Pflegeheim

Heidewitzka, da dürfte etwas rund um meine Mutter los gewesen sein und was macht sie? Sie verschläft es…

Meine Mutter besitzt einen Fernseher mit Fernbedienung – und jede Menge Mitbewohnerinnen mit einem „einnehmenden“ Wesen. Eines der einnehmenden Wesen wollte gerne seinen Fernseher mit Fernbedienung zum laufen bringen und fand die eigene Fernbedienung für den Panasonic Fernseher nicht. Sie nahm also kurzerhand die Fernbedienung meiner Mutter des Grundig-Gerätes.

Welch ein Wunder, das dieses nicht funktionierte 😉

Die Schwestern merkten nun, das etwas nicht stimmte. Sprangen der Bewohnerin hinterher, die die Fernbedienung meiner Mutter in Besitz genommen hatte. Natürlich wollte die Dame sich nicht davon trennen, da diese ja zu ihrem Fernseher gehören musste … meinte die Dame….

Nach vielen Verfolgungen, massiger Worte und endlosen Versuchen, die abendliche Ruhe wieder her zu stellen bekam meine Mutter wieder ihre Fernbedienung…. die andere Dame leider behielt einen schwarzen Bildschirm….

Wobei ich sagen muss: auch meine Mutter hatte das Problem das ihre alte Fernbedienung defekt war, was sie mir nicht sagte. Ich hätte ihr nämlich einfach eine neue, passende besorgt. Sie zog dann immer den Stecker aus der Steckdose um den Fernsehapparat auszuschalten. Bestimmt keine gute Lösung!

Es gibt nämlich zum Nachkauf Fernbedienungen für nahezu alle Fabrikate:

Zimmer im Pflegeheim

Nachdem nun meine Mutter zum Pflegefall wurde komme ich mit meiner Gesundheit auf „den Felgen daher“. Die absolute Krönung hat mir und meinen Knochen das Beisein bei der Nachuntersuchung des Oberschenkelhalsbruches meiner Mutter serviert. Ich musste einige Stunden stehen um darauf zu achten, dass sie nicht unversehens aufsteht und wieder einmal stürzt … und nun kann ich nicht mehr richtig krabbeln weil die eigene Arthrose nun in die Gelenke schießt. Auch dadurch verursacht, dass ich die Wohnung meiner Mutter räume um diese zu vermieten.
Sie ist trotz Rollstuhl immer noch der Meinung laufen zu können, aufstehen zu können und alles selber tätigen zu können. Also ist sie mal lässig aufgestanden, alleine zur Toilette gegangen und hat sich dabei mal kurz die Hüfthosen besser gesagt die Hüftprotektoren (die eben zum Schutz vor einem Oberschenkelhalsbuch angezogen worden waren) ausgezogen und ist gestürzt.

Selbstverständlich brachte der Aufenthalt im Krankenhaus ein erneutes Rückfallen der geistigen Fähigkeiten, von denen sie sich auch jetzt, 6 Wochen nach dem Bruch, noch nicht erholt hat.

Da sie immer von Schmerz spricht wurden ihre Schmerzmittel konstant erhöht. Meine Aussage, dass der Rücken meiner Mutter schmerzt, nicht aber der Oberschenkelhalsbruch wurden nicht so ganz für wahr genommen, besser gesagt nicht vom gesamten Personal.

Nunmehr ist meine Mutter aber sehr schläfrig und das Personal muss ihr das Essen reichen und meine Argumente wurden interessanter. Seit nunmehr 3 Wochen wird vom Hausarzt versucht, die Medikamente wieder zu reduzieren.
Daran liegt eben die große Schwierigkeit: ein Mensch spricht von Schmerzen und kann sich nicht mehr genau definieren (wobei sie mir gegenüber immer ganz klar sagte „die Schmerzen sind im Rücken, nicht im Bein“.

 
Viel helfen kann ich ihr nicht – eigentlich sollte ich mir lieber versuchen selber zu helfen 🙁
In jedem Fall hatte ich ihr vor Weihnachten ihren Weihnachtsbaum und ihre Krippe gebracht, welche nun wieder bei mir warten, bis ich sie im nächsten Jahr wieder ins Heim bringen werde.

Auch habe ich auf das Drängen meiner Mutter in Ihrem Zimmer ein Telefon installieren lassen. Jedoch mit dem Hinweis, bitte meine Rufnummer nicht im Zimmer zu hinterlegen. Im vergangenen Pflegeheim ereilten mich oftmals 30 Anrufe am Tag. Sie konnte sich an die vorangegangenen 29 einfach nicht mehr erinnern.

Mittlerweile habe ich in Ihr Zimmer ihre Ölgemälde gebracht, die nun auch an den Wänden hängen, demnächst hoffentlich mal die Fotos.

Mittlerweile wurde schon eine Mitbewohnerin meiner Mutter in deren Bett erwischt „Ach hier ist es so schön, ich bleibe hier!“, meinte die ältere Dame 🙂

Dieser Beitrag wurde am 30. März 2017 in Allgemein veröffentlicht.