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Unentdeckt und innerhalb von drei Jahren blind

Nur als kleine Geschichte für Pflegende, die sich selber vernachlässigen, was mich persönlich mein rechtes Augenlicht gekostet hat.
Am Samstag habe ich erfahren, dass ich auf dem rechten Auge blind bin. Morgens beim Optiker wollte ich eine neue Brille anfertigen lassen und die Optikerin Alarm schlug als beim rechten Auge von mir keine Sehleistung zu sehen war. Ich selber sah nur schwarz.

Und nun ging der Horror los: die Krankenkasse stellte von G1 Karten auf G2 um und ich hatte keine funktionierende Gesundheitskarte mehr. Da der Vorgang der Zusendung einer neuen Gesundheitskarte wohl länger dauert und auf meine E-Mail keine Antwort kam musste ich neben dem Wissen das Augenlich verloren zu haben hoffen, dass einer der Notärzte bereit ist mir zu helfen … Das war der erste Kampf. Dann wurde mir zur ersten Hilfe ein Medikament versschrieben, welches nicht mehr auf dem Markt erhältlich war. 100-km-Umkreissuche ergab keine Hoffnung, Apotheker die helfen wollten aber nicht konnten weil das rezeptierte Medikament nicht einfach in eine Alternative umgewandelt werden konnte.

Der zweite Kampf war für mich ein Hammer: Auf einem Auge erblindet, mit hohem Augendruck stand ich als Notfall in der Augenarztpraxis meiner Region. „Wir können Sie nicht drannehmen, wir sind voll“ Danke fürs Gespräch. „Nein, heute kommen Sie auf keinen Fall dran.“ Recht deutlich habe ich im vollen Empfang gesagt: „Ich habe vor drei Tagen erfahren dass ich mein rechtes Augenlicht verloren habe und erblindet bin. Ich verlasse diese Praxis erst wenn einer Ihrer Ärzte mir versucht zu helfen meine linke Sehkraft zu erhalten.“  „Nein“. „Nun gut, dann müssen Sie mich raustragen und ich werde dann wieder in die Praxis kommen und wir werden da weitermachen, wo wir gerade sind.“

Nachdem ich beim Arzt gelandet war, der mir freundlich und kompetent erschien hat mich das Personal bei der nächsten Terminwahl natürlich wieder auflaufen lassen. Es interessierte natürlich nicht, wie es mit meiner Arbeit ist, die ich auf keinen Fall verlieren will. Mein verbliebenes Augenlicht aber auch nicht, deshalb habe ich eben diesen Termin angenommen.

Notwendig zur Diagnostik war eine Untersuchung, die selbst zu zahlen ist in Höhe von 115,- Euro. Kein Problem! Mir jedoch ein Duplikat auszuhändigen verweigerte das Sprechstundenpersonal ebenfalls; obwohl ich ja für genau dieses Gutachten/Diagnose gerade gezahlt hatte.

Das wird noch nett weitergehen…. Also seid klüger als ich!!!!! Innerhalb von drei Jahren war ich blind auf einem Auge. Vor 3 Jahren bei einer arbeitsmedizinischen Untersuchung war noch alles o.k. Jetzt – drei Jahre später – bin ich rechts blind….

 

Dieser Beitrag wurde am 24. April 2018 in Grüner Star veröffentlicht.