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Unentdeckt und innerhalb von drei Jahren blind

Nur als kleine Geschichte für Pflegende, die sich selber vernachlässigen, was mich persönlich mein rechtes Augenlicht gekostet hat.
Am Samstag habe ich erfahren, dass ich auf dem rechten Auge blind bin. Morgens beim Optiker wollte ich eine neue Brille anfertigen lassen und die Optikerin Alarm schlug als beim rechten Auge von mir keine Sehleistung zu sehen war. Ich selber sah nur schwarz.

Und nun ging der Horror los: die Krankenkasse stellte von G1 Karten auf G2 um und ich hatte keine funktionierende Gesundheitskarte mehr. Da der Vorgang der Zusendung einer neuen Gesundheitskarte wohl länger dauert und auf meine E-Mail keine Antwort kam musste ich neben dem Wissen das Augenlich verloren zu haben hoffen, dass einer der Notärzte bereit ist mir zu helfen … Das war der erste Kampf. Dann wurde mir zur ersten Hilfe ein Medikament versschrieben, welches nicht mehr auf dem Markt erhältlich war. 100-km-Umkreissuche ergab keine Hoffnung, Apotheker die helfen wollten aber nicht konnten weil das rezeptierte Medikament nicht einfach in eine Alternative umgewandelt werden konnte.

Der zweite Kampf war für mich ein Hammer: Auf einem Auge erblindet, mit hohem Augendruck stand ich als Notfall in der Augenarztpraxis meiner Region. „Wir können Sie nicht drannehmen, wir sind voll“ Danke fürs Gespräch. „Nein, heute kommen Sie auf keinen Fall dran.“ Recht deutlich habe ich im vollen Empfang gesagt: „Ich habe vor drei Tagen erfahren dass ich mein rechtes Augenlicht verloren habe und erblindet bin. Ich verlasse diese Praxis erst wenn einer Ihrer Ärzte mir versucht zu helfen meine linke Sehkraft zu erhalten.“  „Nein“. „Nun gut, dann müssen Sie mich raustragen und ich werde dann wieder in die Praxis kommen und wir werden da weitermachen, wo wir gerade sind.“

Nachdem ich beim Arzt gelandet war, der mir freundlich und kompetent erschien hat mich das Personal bei der nächsten Terminwahl natürlich wieder auflaufen lassen. Es interessierte natürlich nicht, wie es mit meiner Arbeit ist, die ich auf keinen Fall verlieren will. Mein verbliebenes Augenlicht aber auch nicht, deshalb habe ich eben diesen Termin angenommen.

Notwendig zur Diagnostik war eine Untersuchung, die selbst zu zahlen ist in Höhe von 115,- Euro. Kein Problem! Mir jedoch ein Duplikat auszuhändigen verweigerte das Sprechstundenpersonal ebenfalls; obwohl ich ja für genau dieses Gutachten/Diagnose gerade gezahlt hatte.

Das wird noch nett weitergehen…. Also seid klüger als ich!!!!! Innerhalb von drei Jahren war ich blind auf einem Auge. Vor 3 Jahren bei einer arbeitsmedizinischen Untersuchung war noch alles o.k. Jetzt – drei Jahre später – bin ich rechts blind….

 

Dieser Beitrag wurde am 24. April 2018 in Grüner Star veröffentlicht.

Dinkelmehl bei Arthrose

Nachdem ich nun die Diagnose „Arthrose“ mein „Eigen“ nennen darf und um jeden Preis eine von div. Ärzten angesteuerte Hüftoperation vermeiden möchte arbeite ich an vielen Fronten. Neben Krankengymnastik, TENS, Ergänzungsnahrungsmitteln und vielen anderen Dingen ist auch die Ernährung ein mehr als wichtiger Punkt. Hier ist die Umstellung für mich am anstrengendsten.

Bisher habe ich mich als Alternative zum Weizenmehl nur an Dinkel erprobt. Die weiteren Möglichkeiten wie Hirse, Quinoa, Amaranth, Emmer oder Hafer sind mir noch gänzlich fremd. Da aber Weizenmehl absolut ungesund für Menschen wie mich ist beginne ich hier nun meine auf Dinkelmehl oder andere Alternativen umgestellten Speisen aufzubauen.

Begründet liegt das in der Tatsache, dass Weizen bei der Entstehung von Entzündungskrankheiten wie Arthrose, Rheuma, Krebs, Herzinfarkt, Alzheimer, Diabetes, MS entscheidend mit wirkt. Verursacht dürfte dieses dadurch sein, dass Weizen Lektine Entzündungsreaktionen, stören den Muskelaufbau, greifen Gelenkstruktureenthält, die unser Immunsystem schwächen. Davon einmal abgesehen sorgt ein hoher Weizenkonsum für eine Achterbahn des Blutzuckerspiegels.

Obwohl ich – um meiner Arthrose entgegen zu wirken – Voltaflex, ein Glucosaminpräparat nehme, versuche ich die Verwendung von Weizen so gut es geht zu minimieren. Ich möchte, dass diese Nahrungsergänzung auch in meinem Körper (also meiner Hüfte und den Knien) ankommt. Sie sollen helfen beim gesünderen Aufbau meines Körpers und nicht durch Weizen vernichtet werden.

Mittlerweile bin ich nun am Backen mit Dinkelmehl.

Mein erster Versuch mit Dinkelvollkornmehl in einem Hefezopf war ein Desaster und das Resultat, einem Stein ähnlich, landete im Müll. Für mich schlimm, denn Nahrungsmittel im Müll sind ein Unding. Nunmehr habe ich mit Dinkelmehl 630 einen Hefezopf gezaubert, der einem Hefezopf aus Weizenmehl in nichts nachsteht. Wie die Pizza mit Dinkelteig wird, werde ich Euch demnächst – wie auch den Hefezopf – hier aufzeigen.

Lehrmeister Schmerz

Er war grausam, dieser Schmerz der Knochenhautentzündung mit dem Wissen einer chronischen Hüftarthrose. Keinen Meter ohne Schmerzen gehen zu können und sich bei jedem Schritt an der Wand festzuhalten.

Festhalten durfte ich nun – um eine Besserung zu erreichen – an meinem alten, schmerzfreien, Leben nicht mehr. Alles, jeder Schritt und jede Handlung musste neu überdacht werden. Dieses zwang mich zu einem bewußten Alltag und einem hinterfragten Lebensstil. Nicht einfach, unerwünscht – aber sinnvoll.

Jeder Schritt den ich, nachdem die Medikamente und Spritzen mir leichte Linderung gegeben hatten, musste nun bewußt ausgeführt werden. Zum ersten um mich so schmerzlos wie möglich zu bewegen, zum zweiten um mir meine Schonhaltung abzugewöhnen und zum dritten – ganz wichtigen – mir den jahrelangen falschen Gang abzugewöhnen. Bei Sichtung meiner Schuhe war mir aufgefallen, dass diese einseitig abgelaufen waren. Somit klar, dass ich schon über einen sehr, sehr langen Zeitraum (vermutlich bedingt durch die seit Jahren vorhandenen Rückenschmerzen) einen falschen Gang mein eigen nennen durfte.

Erschwerend kam hinzu, dass ich bedingt durch die Schmerzangst keinen falschen Schritt unternehmen wollte und somit fast ständig auf den Boden gesehen habe. Super, zum ersten schon wieder eine falsche Haltung und zum zweiten für die Psyche auch negativ. Ich war es zuvor gewöhnt, mit entgegenkommenden Menschen ins Gesicht zu sehen. Das war mir nicht mehr möglich mit dem Blick auf den Boden. Somit fühlte ich mich auch wie ein Mensch ohne Rückrat. Wie eine-/r der/die anderen nicht mehr „ins Gesicht sehen kann“ und sich dadurch noch kleiner und auffälliger machte. In Verbindung mit dem behinderten Gang eine Kombination, die Menschen wie mich immer kleiner und buckeliger werden lässt.

Der Alltag musste viel zeitauwendiger gestaltet werden. Zum Wäsche aufhängen benötigte ich die dreifache Zeit. So wie früher den Wäschekorb zu bepacken ging nicht mehr: ich musste mich ja an der Wand abstützen und konnte nur in der anderen Hand einige Wäschestücke halten. Beim Aufhängen der Wäsche folgte jedem hinunterfallen einer Klammer böses „Geschimpfe“, denn das Bücken nach der Klammer tat ja unsagbar weh. Somit mussten auch diese Aktionen bewußt ausgeführt werden, damit eben nicht die Wäscheklammer zu Boden fällt.

Als das Autofahren und Einkaufen wieder möglich war bedeutete das ebenso ein vielfach höheres Zeitaufkommen als zuvor, es war mir nicht mehr möglich in jede Hand eine schwere Einkaufstasche zu nehmen – sondern nur eine Tasche pro Gang, und diese bitte auch noch recht leicht…..

Dieser Beitrag wurde am 3. Februar 2018 in Bruder Schmerz veröffentlicht.

Bruder Schmerz

Wenn chronische Schmerzen angesagt sind, dann habe ich die Möglichkeit mit meinem (Selbst-)Mitleid(en) hinzugeben oder aktiv zu versuchen zusammen mit meinem „Bruder Schmerz“ ein neues Leben aufzubauen.

Vor rund 50 Jahren habe ich ein Geschenk bekommen: das Laufen. Es war so selbstverständlich. Als kleines Kind das laufen zu lernen, als Teenager zu springen, als Erwachsener dem einen oder anderen Problem davonzulaufen oder der einen oder anderen glücklichen Situation entgegen zu laufen. Ich habe dieses „Geschenk“ nicht sorgsam genug gepflegt, deshalb hätte ich es fast verloren.

Nunmehr ist es meine persönliche Aufgabe (so sehe ich es für mich) alles erdenkliche zu tun, um zusammen mit meinem Schmerz den ersten Tag vom Rest meines Lebens so zufrieden wie möglich zu verbringen. Ab März 2016 kam zu einer (mir bis dahin unbekannten) Hüftarthrose eine böse Entzündung genau dieser Hüfte, die mir Laufkraft und Bewegungsfähigkeit nahm. Gleichzeitig lag meine Mutter im Sterben und ich habe mich kräftemässig übernommen. Meine Hüften mussten zuviel „er-„tragen.

Mein Körper hat mich durch diese Warnsignale und dadurch, dass er mich lahm gelegt hat, gehindert ihn komplett zu zerstören. Ich war fahrig, nervös, todtraurig um meine Mutter und nur noch unterwegs um ihr zu helfen, meinen Job zu bewältigen und einfach rund um die Uhr angespannt. Dann brach die Gesundheit zusammen, meine Mutter starb – und ich kroch dem Sarg hinterher. Traurigkeit und Schmerz haben mich ziemlich schwach werden lassen und mir zum damaligen Zeitpunkt nicht mehr die Kraftreserven gegeben mich selber aufzurappeln. Das kostete seine Zeit. Und es kostete viele Mühen meine Schmerzen in den Griff zu bekommen.

Ich möchte hier meinem Bruder Schmerz diese Art Tagebuch widmen. Zum ersten, um mich selber zu reflektieren und zum zweiten um Mut zu machen, dass es ganz viele Hilfsmöglichkeiten gibt, die wir aber selber ansteuern und umsetzen müssen, bevor wir unserem Bruder Schmerz „Beine machen“ können.

Dieser Beitrag wurde am 31. Januar 2018 in Bruder Schmerz veröffentlicht.

Voltaflex und Arthrologes

Komplett verzweifelt war ich im Mai 2017 als neben Hüftarthrose und einer bösen Entzündung das Laufen für mich nicht mehr möglich war. Bereits seit einigen Jahren hatte ich mich mit Rückenschmerzen gequält, was schon für sich alleine mein Leben einschränkte und nicht gerade einfacher machte, aber dass nun auch noch die Hüfte ihren Geist aufgeben wollte bedeutete eine Fehlhaltung nach der anderen – eine Schonhaltung brachte die nächste Fehlstellung mit sich und ich wurde quasi selber zum Macher meiner Schmerzen.

Im Netz gesucht und gesucht – Arthrose soll ja eigentlich eine Krankheit sein, gegen die es keine Chance geben soll und keine Medikamente. In Sportforen bin ich auch Arthrologes gestoßen, welches überwiegend bei Knieproblemen empfohlen wurde. Beim sichten der Bestandteile bin ich auf Glucosaminol gestoßen. Einen Stoff, den ich meinen Katzen schon seit Jahren gebe. Vielleicht ist meine alte Katzenoma mit 17 noch fit gewesen durch genau diesen Stoff? Nun, was meinen vielen Tigern nie zum Nachteil wurde, kann auch für mich keine Nachteile bringen, dachte ich und fing mit der ersten Packung Arthrologes an.

Ich fühlte mich etwas besser, verspürte meine Nachteile, meinte aber auch dass die Wirkung nicht besonders hoch sei. Diesen Irrtum bemerkte ich jedoch erst, als ich durch Schlamperei dieses Ergänzungsnahrungsmittel gegen Arthrose nicht mehr im Hause hatte. Jetzt nämlich wurden die Schmerzen in der Hüfte wieder stärker. Ein Zeichen für mich, dass entweder Glucosaminol mir und meiner Arthrose helfen kann – oder aber die Einbildungskraft stark genug ist um mir Besserung zu verschaffen. Welcher der beiden Punkte der entscheidende war, dass kann ich nicht sagen : aber, wichtig war mir Hilfe.
Erhältlich beispielsweise bei Amazon:
Natürlich war im Fortgang auch der Orthopäde gefragt, diesem nannte ich Arthrologes und er antwortete sinngemäß; „Ich kenne nicht die Mengenangaben in diesem Nahrungsergänzungsmittel, empfehle aber selber aus Kostengründen immer Voltaflex.“ Nun gut, dann beschäftige ich mich eben mit den Beipackzetteln und kombiniere dass 4 Kapseln arthroLoges in etwas 3 Kapseln Voltaflex entspricht, aber im Endeffekt tatsächlich günstiger ist. Dieser Tausch hat bei mir bestens funktioniert. Ich denke, Nahrungsergänzungsmittel sind mit ihrer Wirkweise nicht zwangsläufig nachgewiesen, mir persönlich war es aber (neben vielen weiteren Schritten) einer zur Gesundung.

Ebenfalls bei Amazon erhältlich ist Voltaflex750.

Seit nunmehr über einem halben Jahr ist bei mir der Zusatzstoff Glucosaminol ebenso erfolgreich wie bei meinen Katzen – meine ich sagen zu können.

Weitere Infos zum Thema gibt es beispielweise bei der Pharmazeutischen Zeitung, welche aber genau für die Branche ist, die Nahrungsergänzung herstellt. Hilfreich erschien mir der Beitrag bei Bewegungsschmerzen, der selber auch in Frage stellt, ob eine Linderung erreicht werden kann oder nicht. Ich selber werde trotz allem für und gegen erst einmal bei der Einnahme bleiben, vielleicht bin ich irgendwann so fit, dass ich versuchen kann eine „Krücke“ nach der anderen abzugeben, aber das wird wohl noch etwas Zeit benötigen.
 

 

 

Hüftarthrose

Noch im Mai 2017 musste ich befürchten nie wieder laufen zu können. Aber ich habe es geschafft mit vielen Hilfsmitteln und entsprechenden Hilfsangeboten. Angefangen vom selbst bezahlten Giropraktiker, zur Krankengymnastik über gymnastische Übungen, Tensgürtel für den Rücken, der seit Jahren stark in Mitleidenschaft gezogen ist und auch mit Hilfe eines Schmerztherapeuten.

Von der damaligen Hausärztin mit einer Großpackung Tilidin und Diclofenac versorgt wusste ich nicht mehr weiter und habe mich – sehr zur Wut dieser Hausärztin – an einen Chirurgen gewandt. Vermutlich habe ich diesem zu verdanken, dass ich nunmehr nach über einem halben Jahr auf dem Aufwärtstrend bin. Er stellt nicht nur eine Hüftarthrose vom feinsten rechts und links fest, die einer künstlichen Hüfte bedürfen würden sondern auch eine böse Entzündung. Er half mir gegen die Entzündung anzugehen. Anfänglich mit Antibiotika und Cortisan, ergänzend dann mit einer an vielen Stellen der Hüfte gesetzten Spritze.
Nun lief ich zwar immer noch wie Quasimodo, aber ich konnt wieder den einen oder anderen Schritt laufen und konnte wieder mein Auto nutzen.

Nun folgte ein langer Weg, der sich aber gelohnt hat!

Nach der Pflege selber fertig

Nun hatte ich einige Jahre in der Pflege gearbeitet (um in der Pflege meiner Mutter besser informiert und vorbereitet zu sein) was meinem Körper und meiner Seele an sich schon nicht gut tat. Kurz vor dem Tod meiner Mutter war mein Körper komplett am Ende und eine Hüftarthrose kam richtig zur Geltung indem sich durch die Wohnungsauflösung und die hin- und herräumerei der Einrichtungsgegenstände meiner Mutter eine imense Belastung für mich ergeben hatte.

Eine Knochenhautentzündung wurde von der damaligen Hausarztpraxis ohne Prüfung der Laborwerte mit Tilidin behandelt und somit gar nicht! Bei einer Tagesdosis von 300 mg Tilidin war ich arbeiten und kümmerte mich um alle die schlimmen Geschehnisse. Unverantwortlich – auch von mir selber so wenig nach mir zu sehen. Ich wurde gestraft dadurch, dass ich meine komplette Fortbewegungskraft verloren hatte und über einige Wochen nicht mehr gehen konnte und auch nicht mehr Auto fahren konnte.

Lasst es selber nicht so weit kommen wie ich!!!! Seid klüger !!

Demenz unterschätzt für Pflege zuhause

Hätte ich gewußt, was auf mich zukommt, ich hätte es mir zum Selbstschutz nicht antun dürfen. Über drei Tage Urlaub bei mir konnte meine Mutter doch durch viel (inhaltsloses) Gerede manches kaschieren. Oftmals war sie drei Tage hier bevor ich mich entschloss sie bei mir zu pflegen und aus dem Heim zu holen.

Allerdings ist der Stand der, dass sie nur den Antrieb hat zu laufen um an Essen zu gelangen. Für alles andere, was es geben könnte, gibt es von ihrer Seite kein Interesse.

Sie stürzte kam für ein paar Tage ins Krankenhaus und war einige Zeit inkontinent (ich aber musste meinen Arbeitsalltag dennoch zu 100 % über 40 Stunden die Woche bewältigen). Gelassen ließ sie alles in die Hose gehen. Mittlerweile erkennt sie nun manchmal wenn sie auf die Toilette muss, ist jedoch nicht mehr in der Lage die Vorgänge alle durchzuführen geschweige denn, sich die Hände zu waschen.

Durch die Inkontinenz und die notwendigen Einlagen hat sich ein Pilz entwickelt, den ich nun mehrfach am Tag behandeln muss. Ein zeitaufwendiges Unterfangen weil die Frau erst ins Bett gebracht werden muss, zum öffnen der Beine bewegt werden muss, damit ich waschen und abtupfen kann. Dann muss noch die Creme angebracht werden und die Dame dann wieder aus dem Bett transferiert werden.

Dem Pflegedienst (bestimmt auch demnächst dem MDK) erzählt sie, dass sie alles alleine kann, und verweigert Haare waschen und Zähne putzen. Wobei sie im Regelfall keine 2 m ohne Pause gehen kann und sich nicht einmal merken kann ob sie Zähne geputzt hat oder nicht.

Auch ist ihr Hirn nicht mehr in der Lage Bezeichnungen (Nektarine, Wurstsorten ect.) zuzuordnen und gibt Lapidarantworten, die im Gegensatz zu den Handlungen stehen. Sinnlos also zu fragen „Willst Du eine Nektarine?“ Sie sagt „Nein danke“ und schlingt sie doch hinunter wenn sie diese geschnitten und portionsweise vor sich stehen hat.

Eßverhalten bei Demenz

Es ist ein Horror zu versuchen, den Heißhunger oder die Antriebslosigkeit eines Dementen in Sachen Nahrung einzuschätzen bzw. entsprechend zu reagieren.

Wichtig ist die Trinkmenge – mindestens ein Liter – was meine Mutter jedoch nicht möchte. Somit muss ich regelmässig ihre Teetasse (sie trinkt nur Tee, was beim ambulanten Pflegedienst nicht ankommt – es wird ihr immer wieder Mineralwasser oder Apfelsaftschorle eingeschänkt, welches sie nicht trinkt) auffüllen. Ergänzend stelle ich ihr jede Menge Obst – mundfertig – meistens als Obstsalat hin, auch hier kommt wieder Flüssigkeit auf sie zu, und natürlich Vitamine und Ballaststoffe.

Ich höre zig mal am Tag den Satz „ich esse jetzt so wenig“, der nicht der Tatsache entspricht. Die Mengen/Kalorien liegen oftmals bei der sitzenden Frau, die sich kaum bewegt, in dem Bereich von mir, die voll berufstätig ist und den Haushalt schmeisst. Sie aber bildet es sich ein und somit ist jedes Gespräch darüber unnütz und würde nur zu Misstimmungen führen.

Auch die Frage nach Hunger kann ich mir sparen. Zum ersten kommt „ich esse ja so wenig“ und stelle ich etwas auf den Tisch, wird es im Regelfall doch sofort verschlungen. Blieb beim Mittagessen viel übrig ging ich davon aus, dass sie derzeit keinen weiteren Hunger mehr hat. In meiner Naivität habe ich dann beispielsweise Obst auf den Tisch gestellt, welches für die kommenden Stunden sein sollte. Aber falsch gedacht …. ruck zuck, als wäre sie am verhungern, wurde das Obst verdrückt während die Kartoffeln gerade noch „zu viel waren“.

Das Gefühl der Demenzkranken bei Hunger/Durst oder Vorlieben für Speisen scheint des öfteren mehr als gestört zu sein und der Angehörige muss planen und entsprechend servieren. Es bedeutet auch selber der Müllschlücker zu sein, wenn der Hunger oder die Vorliebe anders ist als das, was auf dem Teller liegt. Denn, wie gesagt, kommunikativ erfragen ist nicht mehr möglich weil meine Mutter nicht mehr versteht was ich sie Frage. Sie liebte Krakauer Wurst und weiß heute nicht einmal mehr was das ist und schaut mich mit großen Augen an…..

„Willst Du Petersilie auf die Kartoffeln?“ „Nein,“ ist die Antwort – gegessen wurden die Petersiliekräuter dennoch. „Willst Du einen Pflaumenkuchen?“ „Igitt,“ war die Antwort – und wie schnell der Kuchen verschlungen war ….. Die Worte und Bezeichnungen sind für sie nicht mehr einzuschätzen und es kommen Standardantworten, die substanzlos sind. Hier gilt nur testen und aus dem Wissen der Vergangenheit schöpfen.

Wobei: die Vorlieben und Geschmäcker von Demenzkranken verändern sich im Laufe der Krankheit. Oftmals kommt jetzt eine Vorliebe für Süßes zu Tragen.

Pflegefall zuhause

Na super: über jeweils 3 Tage alle zwei Wochen aus dem Pflegeheim klappte der Besuch und es schien, als ob es möglich wäre meine Mutter bei mir zu pflegen. Zumal der Eindruck von ihr überall verbreitet wurde, sie schaffe alles – wenn auch langsam – alleine.

Nun, sie dachte das auch mit ihrem Demenzköpfchen, aber es entsprach nicht der Wahrheit. Nichts, aber auch wirklich nichts konnte von Ihr selber durchgeführt werden. Es reichte auch nicht, sie zu animieren. Es war nötig sie anzuziehen, auf die Toilette – pardon, den Toilettenstuhl, weil sie beim Weg zur Toilette stürzte – zu führen. Bereits nach einer Woche gab es einen Krankenhausaufenthalt auf Grund eines Sturzes.

Alles, alles musste – auf Kosten meiner Nerven – umorganisiert werden. Denn es kam auch noch Inkontinenz und in Folge dessen eine Pilzerkrankung hinzu. Klar, wenn Windeln oder Einlagen eingelegt werden, so reagiert die Haut schnell auf dieses nasse Umfeld und ruckizucki ist der schönste Pilz gediehen…. Alles in allem ein Chaos, aus dem ich nur langsam herausfinde.

a) ein tägliches Pflegetagebuch – der MDK ist schon informiert über einen Antrag auf Höherstufung, weil die heimische Pflege nicht mehr gewährleistet ist.

b) der Pflegedienst kommt an meinen Arbeitstagen mittags zur Kontrolle – nachmittags zur Tablettengabe und abends um sie ins Bett zu bringen

c) zu schwach und geistig nicht immer in der Lage zu erfassen was Zähneputzen ist oder sein soll bekommt sie eine Waschschüssel mit zwei Kammern auf den Tisch.
waschschIn der rechten steht das vorbereitete Zahnputzwasser und die mit Zahnpasta versehene Bürste und rechts soll sie das gebrauchte Wasser ausspucken.

d) Hände und Gesicht waschen nach jedem Toilettengang: ein warmer Waschlappen für sie und mein Dabeistehen bei der Reinigung, danach das Handtuch oder selber abtrocknen.

e) Urin auf dem Toilettenstuhl um die Sturzgefahr zu reduzieren. Alle zwei Stunden ein Probegang, damit die Pilzkulturen so wenig Nahrung wie möglich bekommen. Und gleich das Papier für die Scheide in die Hand drücken (also dabei bleiben) damit auch hier keine Flüssigkeit in die Kleidung und auf die Haut gelangt.

f) Stuhlgang auf der normalen Toilette, aber der Gang dorthin nur in Begleitung. Schwierig, weil sie sich nicht ausdrücken kann – frage ich sie, wohin sie geht, so „ich überlege noch“. Ich muss also ständig auf der Hut sein ob der Weg in Richtung Toilette sein könnte. Hier muss ich dabei sein um auch hier die Sturzgefahr zu reduzieren.

und so geht es quer Beet weiter …. dazu aber im Detail noch hier….